Samstag, 11. Juni 2016

Lillynoise hinter den Spiegeln

Kinder. Früher ... fand ich Kinder doof. Weil SIE MICH doof fanden. Dachte ich zumindest. 


Als mein Bauch 2009 begann, immer größer und größer zu werden, machte ich mir tausende Gedanken. Was, wenn mein Kind mich auch doof findet? Werde ich immer konsequent genug sein? Liebevoll genug? Eine gute Mutter? Und was zum Henker gehört überhaupt dazu?



Als die Räubertochter dann endlich da war, war es Liebe auf den ersten Blick. Sogar ihre kleine Kartoffelnase fand ich einfach nur zum Knutschen. Und diese kleinen Füßchen! Und dann... begannen die Herausforderungen. 


Ich erinnere mich an das erste Bad, wie unsere Hebamme uns damals alles zeigte. Wie panisch wir waren, als der Rest der Nabelschnur abfiel (ja, auch sowas muss mal erwähnt werden). Die ewigen Rennereien zum Kinderarzt wegen der ganzen U-Untersuchungen und Impfungen.


Je älter die Kleine wurde, umso mehr steigerten sich auch die Prüfungen. Das Ganze kam mir vor wie ein Videospiel, in dem die Level mit fortschreitender Zeit schwieriger werden. Immer, wenn wir das Gefühl hatten, einen "Endgegner" besiegt zu haben, ging es lustig weiter. Den Satz "Es ist nur eine Phase" kennt sicher jede Mutter... An diesem Satz habe ich mich immer festgehalten. "Es ist nur eine Phase"... und die guten dazwischen habe ich genutzt, um meine Akkus wieder aufzuladen. 


Es war und ist ein spannendes Abenteuer, ein Kind durch sein Leben begleiten zu dürfen. Die Räubertochter hat vor kurzem ihren 6. Geburtstag gefeiert. Sie ist eine richtig starke Persönlichkeit. 


Manchmal frage ich mich, woher sie ihren Dickschädel hat. Warum sie so ungeduldig mit sich sebst ist, wenn etwas nicht nach Plan funktioniert. Besonders, wenn sie müde ist, schafft sie es, mit ihrer Laune genau meine ROTEN KNÖPFE zu drücken. Manchmal muss ich dann aus dem Raum raus und erstmal... durchatmen. 


Andererseits bewundere ich ihre Hingabe. Ihre Phantasie bei Rollenspielen. Sie ist unglaublich kreativ und hochkonzentriert, wenn sie Bilder malt. Wahnsinn... woher hat sie das alles nur?


Und dann gibt es diese Momente, in denen ich mich in ihr wiedererkenne. Sie spiegelt mich so oft, dass es schon fast erschreckend ist - und ich trotzdem lachen muss. Manchmal ist es so herrlich, sie aufstampfen und poltern zu sehen, wenn sie wütend ist. Wenn sie versucht, diese unbändige Kraft in etwas anderes umzuwandeln. Immer öfter kriegt sie die Kurve und wir können dann darüber reden. Sie wird älter, versteht mehr. Ich bin so irre stolz auf sie!





Sie ist ein Teil von mir. Und darum habe ich jetzt zum ersten Mal einen (fast) kompletten Partnerlook für uns genäht. Solange ich das noch darf und sie es cool findet... Denn auch diese Zeit wird kommen, in der ich ihr peinlich sein werde. 


Und bis dahin werde ich sie durch anstrengende Phasen begleiten, die guten genießen und über den Spiegel staunen, der sie für mich ist...


Schnitte
Lupita von Milchmonster
Mama Frida von Milchmonster
Trägerkleid von Klimperklein
Frida 2.0 von Milchmonster

Stoffe
papageigrüner Jersey von Lillestoff 

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