Freitag, 27. Mai 2016

An die Leichtigkeit

"An den eigenen Kindern merkt man erst, wie die Zeit vergeht."


*seufz* 

Früher, VOR der Räubertochter, habe ich immer gedacht, dass die Eltern, aus deren Mündern dieser Satz kommt, spinnen. Nun, sechs Jahre später, muss ich eins zugeben: sie hatten alle Recht! 


Man wird selbst größer - mit etwas Glück auch reifer.


Trotzdem scheue ich mich nicht davor, mit dem neuen Sonnenhut der Räubertochter auf dem Kopf durch die Fußgängerzone zu gehen (die Blicke der Menschen: UNBEZAHLBAR!).


Die ersten Jahre nach der Geburt meiner Tochter waren nicht leicht. Ich hatte das Gefühl, komplett von der Bildfläche verschwunden zu sein. War nur noch Mutter, wechselte Windeln, versorgte mein Kind, redete mit anderen Müttern über die besten Mittel gegen Zahnungsschmerzen und wunde Babyhintern. 


Versteht mich nicht falsch: ich tat das alles von Herzen gerne - ich liebte und liebe mein Kind über alles. Doch nach einigen Jahren fiel mir auf, dass ich nicht mehr ICH war. Ich hatte mich unterwegs verloren.


Darum beschloss ich, die Notbremse zu ziehen. Und zog los, um etwas zu ändern. Wo war der Spaß im Leben? Ich beobachtete meine Tochter sehr genau: wie sie erst erstaunt war und dann strahlte, als sie zum ersten Mal in ihrem Leben Enten sah. Wie sie alles um sich herum vergaß, wenn sie in das Malen eines Bildes versunken war. Wie ihre Augen leuchteten, wenn sie Seifenblasen machte. Wo war dieser Funke in mir?


Zum Glück hatte ich Hilfe bei der Suche: meine beste Freundin. Denn... Ihr ging es genauso. Auch sie war so hilflos in ihren Alltag verstrickt, dass wir uns auf die Suche machten. Nach uns selbst. Diese beste Freundin und ich - wir kennen uns schon seit 18 Jahren. Wir haben unglaublich viel miteinander durchgemacht. Zwischenzeitlich war der Kontakt abgebrochen - doch als wir uns wiederfanden, war es so, als hätten wir uns erst gestern gesehen. 


Im Laufe der Jahre habe ich festgestellt, dass ich keinen großen Bekanntenkreis brauche - sondern ein paar wenige, dafür aber GUTE Freunde. Die manchmal mit mir in den Trümmern sitzen und sagen "schöne Scheiße", bevor es an den Wiederaufbau geht. Die mit mir über denselben Blödsinn lachen, während andere vielleicht nur unverständlich den Kopf schütteln. Und das Beste: die mit mir unglaubliche Abenteuer erleben und Erlebnisse teilen!





Und deshalb geht jetzt ein riesengroßes, von Herzen kommendes DANKE an Ute raus - Du hast nie über mich geurteilt. Hast Dich mit mir gefreut, wenn ich glücklich war. Mit mir Tränen vergossen, wenn ich traurig war. Danke - dass ich immer auf Dich zählen kann. So wie Du auf mich.

IMMER.




Schnitt
Spring Fever von klecks MACS (über Makerist oder Dawanda)

Stoffe
bestickter Baumwollstoff und Viskose (Stoff & Stil)

Kommentare:

  1. schöne worte! <3 toll, dass du so eine freundin hast!
    lg kathrin

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    1. Ich danke Dir! Und ja - ich möchte Ute nicht mehr missen. ;-)

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