Sonntag, 11. Mai 2014

Von (un-)genähten Taschen und platzenden Kopfknoten

Einen wunderschönen (Mutter-)Tag Euch allen!

Heute kann ich Euch von einem Projekt berichten, das mir den vorletzten Nerv geraubt hat - das kam so...

Eine inzwischen ehemalige Praktikantin, die mir doch sehr ans Herz gewachsen ist, hat sich von mir eine selbstgenähte Tasche gewünscht. Aus dem "50er Jahre Stoff", den sie bei mir an einer anderen Tasche gesehen hatte (und die ich dann dank Nichtgefallen einer Kollegin gegeben habe). Gemeint war ein Baumwollstoff mit Digitaldruck von Swafing aus der Serie Nina, in den ich mich nach Entdeckung sofort verliebt hatte:




Sie wünschte sich eine Tasche, die auf jeden Fall einen Reißverschluss haben sollte, da sie "Stadtneurotikerin" ist. Ich fand auf der Taschenspieler I CD von Farbenmix die Dame - ein wunderschönes Modell mit Klappe, innen zwei kleinen Taschen mit Gummizug oben dran, aber ohne Reißverschluss oben... Also habe ich als Taschenneuling (ich habe erst 3 oder 4 Taschen genäht) tage- und nächtelang an einem Kopfknoten geknobelt, wie ich einen Reißverschluss an eine Tasche mit Klappe einnähe...

Als ich begann, die Tasche zuzuschneiden, war ich noch guter Dinge, aber dann merkte ich, dass ich mit meiner doch sehr begrenzten Näh-Logik vor einer schier unlösbaren Aufgabe stand. Abends hatte ich dann oft ganz plötzlich noch andere Nähprojekte, die ich unbedingt vorziehen musste. Obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, die Tasche bis zum 11. Mai, dem Geburtstag besagter Praktikantin, fertigzustellen. Jeden Abend sah ich die Taschenteile fertig zugeschnitten auf meinem Nähkästchen liegen und hörte sie raunen "Näh mich, näh mich!". Bis das Raunen irgendwann zu einem lauten Rufen wurde. Also studierte ich diverse Taschen-Schnittmuster und hielt mir immer wieder mein Motto "Learning by doing" vor Augen. Kurz vor Schluss, als es um den besagten Reißverschluss ging, platzte dann plötzlich der Kopfknoten. Ich musste nur eine Naht wieder auftrennen und siehe da: das Endergebnis ist so wunderschön, dass ich es am liebsten selber behalten würde! Aber überzeugt Euch selbst:


 


Und das Tollste daran: ich konnte der Praktikantin gestern abend um 23:30 Uhr (also eine halbe Stunde vor ihrem Geburtstag) mitteilen, dass ihre Dame nun fertig ist! Ich bin so gespannt, ob sie ihr gefällt; das erfahre ich nächsten Freitag, wenn sie die Tasche abholt - Trennungsschmerz vorprogrammiert. Jetzt ist der Nina Stoff fast aufgebraucht und ich habe immer noch keine Tasche für mich daraus gemacht. Ich glaub, ich muss den nochmal bestellen...

Und nun werde ich dem morgigen Tag entgegenfiebern - mein 35. Wiegenfest naht und ich bin gespannt, was alles passiert.

Habt noch einen schönen, entspannten Abend!

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